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Testbericht: Dungeon Defenders

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Testbericht: Dungeon Defenders

Einst war Etheria ein friedlicher Ort. Vier große Helden haben in gemeinsamer Anstrengung das Böse in Kristalle gebannt und alle leben glücklich und zufrieden. Halt, nein! Doch nicht alle. Irgendwo auf der Welt wird die Hilfe der vier großen Helden gebraucht und so überlassen sie es ihren vier Schülern, auf die Kristalle aufzupassen. Es kommt, was nun kommen muss: einer der Kristalle zerbricht aus vollkommen unerklärlichen Gründen und schon brechen Horden des Schreckens über Etheria herein. Von den großen Helden keine Spur findend bleibt es an den vier jungen Schülern, die Welt zu retten...

Ein Magier, der aussieht, als wäre er direkt aus Magicka entsprungen. Ein Ritter, der direkt aus Castle Crashers zu kommen scheint. Eine Jägerin, die als comichafter Verwirklichung nächtlicher Träume daherkommt. Und der Mönchsjunge könnte auch unter dem Namen Aang als Avatar die Runde machen.

Das sind die vier jungen Helden des neuesten Steam-Blockbusters. Das Spielprinzip ähnelt dem erst vor kurzem erschienenen Orcs must die! oder dem schon etwas länger erhältlichen Sanctum. In einer 3D-Welt müssen die Spieler (1-4, lokal oder im Netzwerk) versuchen, Horden von Monstern davon abzuhalten, das Herz des Dungeons, den Kristall, zu zerstören. Hierfür stehen jedem einzelnen Helden eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verfügung. Während sich Magier und Ritter darauf verlassen, den Monstern durch Türme und Schnetzelmaschinen den Weg zu versperren, gehen Jägerin und Mönch deutlich subtiler vor. Wohl platzierte Minen, Gasbomben oder die eine oder andere Aura sorgen dafür, dass sich die Reihen der heranstürmenden Horde schnell lichten.

Während in den ersten Wellen die Dunkelelfenbogenschützen noch das schlimmste sind, wovor sich die tapferen Helden fürchten müssen, werden die Goblins und Dunkelelfen schon bald von suizidalen Bombenfassträgern, Orks und Ogern unterstützt. Diese lassen sich schon nicht mehr so leicht von einer einzelnen Mine beeindrucken. Also muss der Held selber schon mal ran und sich den Massen in den Weg stellen.

Bis hierher klingt die Beschreibung auch noch tatsächlich so beliebig, dass man meinen könnte, Sanctum hätte einfach nur einen neuen Skin bekommen - aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Während Sanctum nur die Möglichkeit bietet, seine Waffen für eine Map upzugraden, kann Dungeon Defenders hier viel mehr. Jeder Held trägt einen Helm, ein paar Handschuhe, sowie eine Rüstung und Stiefel. Neben der Waffe und einem Begleiter, der den Helden im Kampf unterstützt, können alle diese Dinge einzeln durch Mana aufgerüstet werden. So kann aus einem zerschlissenen Lederhemd schnell eine veritable Rüstung gemacht werden, wenn man nur das Mana zur Verfügung hat.
Zum Glück lässt jeder Goblin, Ork oder Elf ja mehrere dieser kleinen Kristalle fallen, die als Alszweckwährung ihren Dienst leisten. Vom Bau eines Feuerball werfenden Turmes bis zum Level-Up-Service des freundlichen Barkeepers (und gleichzeitig Ausrüstungsdealers) wird nämlich alles in Etheria mit Mana bezahlt. Also muss man sich schon überlegen, ob die Mauer für die nächste Welle wirklich repariert werden sollte, lieber der Turm ein Upgrade bekommt oder ob man vielleicht doch spart, damit man sich den kleinen Helferdrachen kaufen kann, der dann in der nächsten Runde den Bösewichten hoffentlich kräftig einheizen wird.

Mit seiner comichaften Grafik gewinnt Dungeon Defenders auf jeden Fall schon mal einen Preis, denn selbst wenn das Postprocessing ausgeschaltet wird, kommt es immer noch farbenfroher daher, als das ähnlich funktionierende Orcs must die! Das hier außerdem noch weniger auf spritzendes Blut gesetzt wird, macht das Spiel an sich noch viel liebenswerter.

Die Steuerung ist recht intuitiv, hat aber dennoch einige kleinere Macken. So kann sich der Held beim Platzieren seiner Lieblingsgegenmaßnahme nicht mehr bewegen. Steht man nun also gerade auf der Stelle, auf der man etwas platzieren möchte, muss man erstmal den Bauvorgang abbrechen sich selbst etwas anders hinstellen und das ganze dann nochmal probieren - in der Hoffnung, dass sich der gewünschte Punkt dann noch im Bauradius befindet.

Das einzige, was mir aber wirklich missfällt, ist die miserable Übersetzung. So werden in der deutschen Version schonmal der Speichern-Button mit "Sparen" beschriftet oder der Menüpunkt "Exit" wird mit "Ausfahrt" übersetzt. Das man selbst die Tipps zwischendurch nur versteht, wenn man versucht sie wortwörtlich ins Englische zu übersetzen ist nicht nur ärgerlich sondern eigentlich auch unnötig.


Tags Stichwörter: Dungeon Defenders, Steam, Testbericht, PC, Tower Defense

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